Die Leidenschaft hinter Skansens Meisterwerken der Glasbläserkunst
Tauchen Sie ein in eine Welt, in der Feuer auf Kunstfertigkeit trifft und geschmolzenes Glas sich vor Ihren Augen in atemberaubende Kunstwerke verwandelt. In der historischen Glaswerkstatt von Skansen verbindet Martin Ehrensvärd Tradition und Innovation und formt mit Werkzeugen wie dem präzisen Sievert-Brenner filigrane Meisterwerke. Entdecken Sie bei diesem faszinierenden Rundgang durch die Werkstatt die Leidenschaft, das handwerkliche Können und die Herausforderungen, die hinter dem uralten Handwerk des Glasblasens stecken.
Die Kunst und die Herausforderung des Glasblasens in Skansen: Martins Geschichte
Wenn Sie das Glasatelier in Skansen betreten, sehen Sie Martin Ehrensvärd bei der Arbeit: Mit geschickten Händen formt er geschmolzenes Glas, während sein Geist Kreativität und Präzision in Einklang bringt. Martins Reise mit dem Glas begann als Teenager in Kalifornien, wo ein Kunstkurs an der Highschool eine lebenslange Faszination weckte. Heute leitet er gemeinsam mit seiner Frau das Atelier in Skansen, Stockholms historischem Freilichtmuseum, und führt damit ein Handwerk fort, das sowohl uralt ist als auch sich ständig weiterentwickelt.
Eine entflammte Leidenschaft
Martins erste Begegnung mit der Glasbläserei erfolgte fast zufällig. Mit 15 entschied er sich für das Wahlfach Keramik und Glasbläserei und war schnell von den einzigartigen Eigenschaften des Materials fasziniert. „Glas ist ein so interessantes Material, weil es meiner Meinung nach unmöglich ist, es hässlich aussehen zu lassen“, reflektiert Martin. Ob klar oder farbig, groß oder klein – Glas besitzt immer eine ihm eigene Schönheit. Nach dem Abitur bereiste Martin die Welt und absolvierte Praktika in renommierten Ateliers, bevor er zurückkehrte, um zu unterrichten, und schließlich nach Schweden zurückkehrte, um das Skansen-Atelier zu übernehmen.
Der Tanz mit dem Feuer
Das Glasblasen ist ebenso eine körperliche wie eine künstlerische Meisterleistung. Der Prozess beginnt damit, dass die Rohstoffe auf über 1.300 °C erhitzt werden, wodurch sie sich in eine glühende, zähflüssige Masse verwandeln. Mit einer Glasbläserpfeife nimmt der Glasbläser geschmolzenes Glas auf, formt es durch Einblasen von Luft und bearbeitet es mit Spezialwerkzeugen – Jacks, Pinzetten, Paddeln und vielem mehr.
Doch Glas ist ein anspruchsvoller Partner. „Es ist immer viel zu heiß zum Anfassen, wenn man damit arbeitet. Es kommt mit 1.000 °C aus dem Ofen und wird bei 500 °C steinhart“, erklärt Martin. Der Glasbläser muss das Werkstück ständig drehen, um der Schwerkraft entgegenzuwirken, und dabei jede Bewegung perfekt timen. „Es ist fast so, als würde man mit einem Stein jonglieren oder mit einem Alligator ringen“, sagt er und beschreibt damit die körperliche Herausforderung sowie die Notwendigkeit von Präzision und schnellen Reflexen.
Werkzeuge, Zeitplanung und Technik
Die moderne Glasbläserei stützt sich auf drei Hauptöfen: den Schmelzofen, das „Glory Hole“ zum Nacherwärmen und den Kühlofen zur langsamen Abkühlung. Doch in einer Welt, in der es auf feinste Details und ausgefeilte Techniken ankommt, machen die richtigen Handwerkzeuge den entscheidenden Unterschied. Zu Martins Favoriten gehört der Sievert-Brenner – ein hochwertiger schwedischer Brenner, der direkt neben seinen anderen Werkzeugen auf der Werkbank steht und jederzeit einsatzbereit ist.
Mit dem Sievert-Brenner kann Martin präzise Wärme genau dort und genau dann zuführen, wo und wann sie benötigt wird – ganz gleich, ob er den Boden eines Gefäßes glättet oder filigrane Arme an einer Glasfigur formt.
Da ich den Sievert-Brenner direkt zur Hand habe, kann ich ihn schnell greifen und das Glas genau im richtigen Moment erhitzen – diese wenigen Sekunden können über Erfolg oder Misserfolg eines Werkstücks entscheiden.
Dieses Maß an Kontrolle ist für die Gestaltung komplexerer und filigraner Formen unerlässlich und gehört zu den modernen Fortschritten, die das heutige Atelier von traditionellen Manufakturen unterscheidet.
Das Timing ist entscheidend. „Wenn man bläst, dehnt sich das Glas dort aus, wo es am weichsten ist. Wenn man steuern kann, wo es weich wird, hat man viel mehr Kontrolle über die Form“, bemerkt Martin. Die richtigen Werkzeuge, wie der Sievert-Brenner, ermöglichen die Herstellung sowohl filigraner Weingläser als auch kühner künstlerischer Skulpturen – und erweitern so die Grenzen des Möglichen in der Glaskunst.
Ein Studio, das allen offensteht
Im Gegensatz zu herkömmlichen Fabriken lädt das Atelier von Skansen die Besucher dazu ein, die Magie hautnah mitzuerleben. Hier ist das Glasblasen nicht nur Produktion – es ist Performance und Bildung. Die Gäste können von Anfang bis Ende mitverfolgen, wie ein Werkstück Gestalt annimmt, und entwickeln so eine ganz neue Wertschätzung für das damit verbundene handwerkliche Können. „Die meisten Glasbläser arbeiten an abgelegenen Orten und bringen ihre Stücke dann in die Stadt, damit jemand anderes sie verkauft. Aber weil die Leute zu uns kommen, können sie uns bei der Herstellung zusehen, eine Bindung dazu aufbauen und vielleicht genau das Stück haben wollen, dessen Entstehung sie gerade miterlebt haben“, erklärt Martin.
Die Zukunft des handgefertigten Glases
Zwar wird der Großteil der alltäglichen Glaswaren mittlerweile maschinell hergestellt, doch handgefertigtes Glas bleibt die Domäne der Kunstfertigkeit und Exklusivität. „Alle wirklich hochwertigen Glaswaren sind handgefertigt, da Maschinen Glas noch nicht sehr dünn oder mit sehr detaillierten oder raffinierten Farben herstellen können“, stellt Martin fest. Dennoch steht die Branche vor Herausforderungen: steigende Energiekosten, strengere Sicherheitsvorschriften und immer weniger junge Menschen, die das Handwerk erlernen.
Trotz dieser Hürden ist Martin optimistisch. „Wir befinden uns derzeit in einer Phase, in der wir auch dann gut zurechtkommen werden, wenn die Gas- oder Energiepreise steigen oder die Vorschriften strenger werden, denn unser Geschäft läuft gut. Für Neueinsteiger ist es jedoch viel schwieriger.“ Er hofft auf besser zugängliche Ausrüstung und mehr Möglichkeiten für die nächste Generation von Glaskünstlern.
Erleben Sie das Handwerk
Seit 1933 ist die Glaswerkstatt in Skansen ein Zentrum für handgefertigtes Glas und bietet Workshops und Vorführungen für Besucher jeden Alters an. Ganz gleich, ob Sie ein angehender Künstler sind oder einfach nur neugierig – ein Besuch in der Werkstatt gewährt Ihnen einen seltenen Einblick in eine Welt, in der Feuer, handwerkliches Können und Fantasie zusammenkommen – und so ein atemberaubendes Kunstwerk nach dem anderen entstehen lassen.
Erfahren Sie mehr über Martin, Aleksandra und die lebendige Tradition des Glasblasens in Skansen, wo Geschichte und Kreativität jedes schimmernde Kunstwerk prägen.