Häufig gestellte Fragen zu Flüssiggas

Flüssiggas

LPG steht für „Liquefied Petroleum Gas“ (Flüssiggas). Es besteht aus den Kohlenwasserstoffen Propan und Butan oder einer Mischung aus beiden. LPG ist ein Nebenprodukt sowohl der Erdgasaufbereitung als auch der Erdölraffination. Es wird in flüssiger Form gelagert und transportiert, verwandelt sich jedoch bei Freisetzung in Gas. Dies geschieht aufgrund von Druck- und Temperaturänderungen.

Propan muss in Stahlflaschen verteilt werden, die hohem Druck standhalten können, während Butan-Propan-Gemische in Aluminiumkartuschen verteilt werden können.

1. Lesen Sie unbedingt die Sicherheitsdatenblätter und die Sicherheitshinweise auf der Gasflasche bzw. der Kartusche selbst.

2. LPG ist in seinem natürlichen Zustand geruchlos, wird jedoch bei der Lagerung und dem Transport in Kartuschen bzw. Gasflaschen mit einem Geruchsstoff versetzt. Im Falle eines Lecks können Sie diesen Geruch wahrnehmen.

3. Lagern und transportieren Sie die Kartusche bzw. den Gasflasche in aufrechter Position. Achten Sie bei der Lagerung auf eine gute Belüftung.

4. Schließen Sie nach Beendigung der Arbeiten stets das Ventil Ihres Brenners und trennen Sie ihn von der Gaskartusche bzw. der Gasflasche, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.

4. Wenn Sie ein Unternehmen (z. B. eine Werkstatt) betreiben und über viele Kartuschen/Flaschen verfügen, befolgen Sie die örtlichen Vorschriften bezüglich der Kennzeichnung und Lagerung von Gefahrgut. Dies ist im Falle eines Brandes oder Unfalls wichtig. Die Feuerwehr kann so erkennen, welche Art von Gas gelagert wird, und entsprechend vorgehen.

Der Hauptunterschied zwischen einer Kartusche und einer Gasflasche liegt in der Gasmischung, dem Material und dem Druck.

Eine Kartusche besteht aus Aluminium, enthält ein Gemisch aus Propan und Butan und ist bei 50 °C (122 °F) auf bis zu 12,5 bar (181 PSI) unter Druck gesetzt.

Eine Gasflasche besteht aus Stahl, enthält reines Propan oder Propen und ist bei 50 °C (122 °F) auf bis zu 27 bar (391 PSI) unter Druck gesetzt.

Propan, Propen und Butan sind allesamt Kohlenwasserstoffgase, weisen jedoch unterschiedliche chemische Strukturen und Eigenschaften auf:

Propan (C3H8)

Propan ist ein Alkan mit drei Kohlenstoffatomen und acht Wasserstoffatomen. Seine chemische Formel lautet C3H8. Propan weist folgende Eigenschaften auf:

  • Der Siedepunkt liegt bei -42 °C (-43,6 °F), wodurch es für den Einsatz in kalten Klimazonen geeignet ist.
  • Es lässt sich unter Druck leicht verflüssigen, was eine bequeme Lagerung und einen einfachen Transport ermöglicht.

Propen (C3H6)

Propen, auch als Propylen bekannt, ist ein Alken mit drei Kohlenstoffatomen und sechs Wasserstoffatomen. Seine chemische Formel lautet C3H6. Propen unterscheidet sich von Propan dadurch, dass es eine Doppelbindung zwischen zwei seiner Kohlenstoffatome aufweist.

Butan (C4H10)

Butan ist ein Alkan mit vier Kohlenstoffatomen und zehn Wasserstoffatomen. Butan weist folgende Eigenschaften auf:

  • Der Siedepunkt liegt zwischen -1 °C (30 °F) und 1 °C (34 °F) höher als der von Propan.
  • Lässt sich bei Raumtemperatur leicht verflüssigen und verdampfen.

Wesentliche Unterschiede

  1. Chemische Struktur: Propan hat drei Kohlenstoffatome, Propen hat drei Kohlenstoffatome mit einer Doppelbindung und Butan hat vier Kohlenstoffatome
  2. Siedepunkt: Propan hat mit -42 °C (-43,6 °F) einen niedrigeren Siedepunkt als Butan mit 1 °C (30 °F), wodurch sich Propan besser für kältere Klimazonen eignet.
  3. Anwendungsbereiche: Während sowohl Propan als auch Butan als Brennstoffe verwendet werden, wird Propan häufiger für Anwendungen im Freien und bei kaltem Wetter eingesetzt, während Butan oft in tragbaren Geräten und als Treibmittel verwendet wird.
  4. Energiegehalt: Butan hat im Vergleich zu Propan einen höheren Energiegehalt pro Volumeneinheit, doch Propan verbrennt effizienter.

Diese Unterschiede in der chemischen Struktur und den Eigenschaften machen jedes Gas für spezifische Anwendungen in verschiedenen Branchen und im täglichen Gebrauch geeignet.

Einweg-Gaskartuschen/-flaschen sind für den einmaligen Gebrauch bestimmt, d. h., sobald sie aufgebraucht sind, können Sie sie nicht mehr verwenden oder wiederbefüllen. Es ist sogar gesetzlich verboten, sie wiederbezufüllen, da sie nicht dafür ausgelegt sind.

Wiederbefüllbare Gasflaschen sind für die Wiederbefüllung ausgelegt. Informieren Sie sich je nach Land über die örtlichen Vorschriften, ob Sie die Wiederbefüllung selbst vornehmen dürfen oder einen professionellen Gasabfülldienst beauftragen müssen.

Dies hängt vom jeweiligen Land und vom Typ der Gaskartusche bzw. des Gasflaschenmodells ab. Erkundigen Sie sich bei Ihrer örtlichen Behörde, um entsprechend vorzugehen.

Das hängt von Ihrer Anwendung, den Wetterbedingungen sowie der Art des Brennergriffs bzw. des Brenners und des Regleranschlusses ab.

Bei normalen Wetterbedingungen in Kombination mit Lötbrennern:

Powergas – EU-Ventil 7/16". Hierbei handelt es sich um ein Propan-Butan-Gemisch, das für allgemeine Heizanwendungen wie das Löten geeignet ist.

Ultragas – EU-Ventil 7/16". Auch hierbei handelt es sich um ein Propan-Butan-Gemisch für allgemeine Heizanwendungen wie zum Beispiel das Löten. Das Ultragas verfügt jedoch über einen integrierten Schwamm, der es ermöglicht, den Brenner kopfüber zu verwenden, ohne dass es zu Stichflammen kommt – falls Sie sich in engen Räumen befinden und den Brenner nicht in aufrechter Position verwenden können. Weitere Informationen finden Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Handbrenners.

Für kalte Witterungsbedingungen in Kombination mit Lötbrennern:

Propan – UNEF 1"-Ventil. Dieses enthält reines Propan und arbeitet mit einem höheren Druck, wodurch es für anspruchsvolle Anwendungen wie das Hartlöten geeignet ist. Propan ermöglicht den Einsatz des Brenners in umgekehrter Position ohne Stichflammen, falls Sie sich in engen Räumen befinden und den Brenner nicht in aufrechter Position verwenden können, und hat einen niedrigeren Zündpunkt, sodass er auch bei kälterem Wetter eingesetzt werden kann.

MAPP – UNEF-1"-Ventil. Dieses enthält reines Propen und arbeitet mit einem höheren Druck, wodurch es für anspruchsvolle Anwendungen wie das Hartlöten geeignet ist. Propen ermöglicht den Einsatz des Brenners in umgekehrter Position ohne Stichflammen, falls Sie sich in engen Räumen befinden und den Brenner nicht aufrecht verwenden können; zudem hat es einen niedrigeren Zündpunkt, sodass es auch bei kälterem Wetter eingesetzt werden kann. Propen erreicht seine Spitzentemperatur im Vergleich zu Propan effektiver.

Wiederbefüllbare Propanflaschen – M14 x 1,5-Ventil. Diese Flasche enthält reines Propan und arbeitet mit einem höheren Druck, wodurch sie für anspruchsvolle Anwendungen wie das Hartlöten geeignet ist. Propan ermöglicht den Einsatz des Brenners in umgekehrter Position ohne Stichflammen, falls Sie sich in engen Räumen befinden und den Brenner nicht in aufrechter Position verwenden können, und hat einen niedrigeren Zündpunkt, sodass er auch bei kälterem Wetter eingesetzt werden kann. Diese Flasche ist wiederbefüllbar. Informieren Sie sich bezüglich der Wiederbefüllung über die örtlichen Vorschriften.

Für alle Wetterbedingungen in Kombination mit Brennersystemen:

Wiederbefüllbare Propangasflaschen – M14 x 1,5-Ventil. Größere wiederbefüllbare Flaschen mit einem Füllgewicht von 350 bis 2000 Gramm, die für Brennersysteme geeignet sind. Enthalten Propan und werden vorwiegend von professionellen Anwendern für ihre täglichen Arbeiten wie Löten, Hartlöten und Blechlöten verwendet. Diese Flaschen sind wiederbefüllbar. Informieren Sie sich bezüglich der Wiederbefüllung über die örtlichen Vorschriften.

Ja, LPG kann bei unsachgemäßer Handhabung gesundheitsschädlich sein:

  • Das Einatmen hoher Konzentrationen kann Schwindel, Kopfschmerzen oder sogar Erstickung verursachen (es verdrängt den Sauerstoff).
  • Leckagen in geschlossenen Räumen können zu Brand- oder Explosionsgefahr führen.
  • Längerer Hautkontakt mit flüssigem LPG kann zu Kälteverbrennungen (Erfrierungen) führen.

Bei sicherer Verwendung und guter Belüftung ist LPG unbedenklich. Befolgen Sie stets die Sicherheitshinweise.

Wenn Sie Flüssiggas verkaufen und Lagerkapazitäten benötigen, empfehlen wir Ihnen, sich bei Ihrer örtlichen Gemeinde zu erkundigen, da Sie möglicherweise eine Genehmigung für die Lagerung und den Verkauf von Flüssiggas benötigen. Dies ist von Land zu Land und auch von Region zu Region unterschiedlich; wenden Sie sich daher bitte an Ihre örtliche Gemeinde.

Wenn Sie LPG mit einem Brennersystem oder einem Handgriff verwenden, lesen Sie unbedingt das Sicherheitsdatenblatt und die Sicherheitshinweise auf der Kartusche bzw. der Gasflasche.

Einige allgemeine Regeln lauten:

1. Lagern und transportieren Sie die Kartusche bzw. den Gasflasche in aufrechter Position. Achten Sie bei der Lagerung auf eine gute Belüftung.

2. Schließen Sie nach Beendigung der Arbeiten stets das Ventil Ihres Brenners und trennen Sie ihn von der Gaskartusche bzw. der Gasflasche, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.

3. Wenn Sie ein Unternehmen betreiben (z. B. eine Werkstatt) und über viele Kartuschen/Flaschen verfügen, befolgen Sie die örtlichen Vorschriften zur Kennzeichnung von Gefahrgut. Dies ist wichtig, damit die Feuerwehr im Falle eines Brandes oder Unfalls erkennen kann, welche Art von Gas gelagert wird, und entsprechend vorgehen kann.

Die theoretische Temperatur einer Flamme beträgt ca. 1 925 °C (3 497 °F). In der Praxis wird diese Temperatur beim Erhitzen eines Objekts nicht erreicht. Die Flammentemperatur hängt von der Größe des Objekts, der Art der Flamme, der Größe des Brenners und der Dauer der Erhitzung des betreffenden Objekts ab. Je nach Anwendungsfall und dem zu erhitzenden Objekt ist es wichtig, die Vorgehensweise entsprechend anzupassen und sich mit dem Lieferanten des Materials abzustimmen.

Gasausdehnung und Druckabfall

In der Kartusche oder der Gasflasche wird Flüssiggas unter Druck als Flüssigkeit gespeichert. Wenn Sie das Ventil öffnen, sinkt der Druck, und das flüssige Flüssiggas verdampft rasch zu Gas. Bei diesem Phasenübergang wird Wärme aus der Umgebung, einschließlich des Metallbehälters, aufgenommen.

Wärmeaufnahme durch die Flaschenwände

Während das Gas verdampft, entzieht es den Metallwänden der Kartusche oder des Zylinders Wärme, sodass diese sich beim Anfassen kalt anfühlen. In extremen Fällen (hohe Durchflussrate oder Dauerbetrieb) kann sich an der Außenseite Frost bilden, da Feuchtigkeit aus der Luft an der kalten Oberfläche kondensiert und gefriert.

Der Transport von Flüssiggas (LPG) unterliegt den ADR-Vorschriften, die den Transport, die Verpackung und die Kennzeichnung von Gefahrgut regeln.

Wenn Sie Flüssiggas verkaufen, ist es wichtig, dass Sie die ADR-Vorschriften einhalten. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren.

Wenn Sie LPG gewerblich nutzen, lesen Sie bitte das Sicherheitsdatenblatt, das Informationen zum Transport und zur Lagerung enthält.

Wir empfehlen Ihnen, sich an einen professionellen Gasabfüllbetrieb zu wenden. Dieser führt beim Befüllen auch eine Sicherheitsprüfung Ihrer Gasflasche durch.

Einwegkartuschen/-flaschen haben kein Verfallsdatum.

Wiederbefüllbare Flaschen werden in der Regel einer regelmäßigen Sicherheitsprüfung unterzogen, wenn Sie sie bei Ihrem Gasversorger wiederbefüllen lassen.

LPG gilt im Vergleich zu anderen fossilen Brennstoffen als relativ sauber verbrennender Brennstoff.

Bei der Verbrennung entstehen weniger Kohlendioxid (CO₂)-Emissionen als bei Kohle, Benzin oder Diesel. Es werden weniger Feinstaub (PM), Stickoxide (NOₓ) und Schwefeloxide (SOₓ) ausgestoßen, was Smog und Luftverschmutzung verringert. Es verbrennt effizient und hinterlässt nur minimale Rückstände, wodurch Abfall und Umweltbelastung reduziert werden.

Es ist ein Nebenprodukt der Rohöl- bzw. Erdgasverarbeitung und hat daher keine zusätzlichen Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen.

Dennoch handelt es sich um einen fossilen Brennstoff, der zu CO₂-Emissionen beiträgt. Wir empfehlen daher stets, den Brenner bei Nichtgebrauch auszuschalten, um die CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Ja. Unsere Gaskartuschen bzw. Gasflaschen werden gemäß bestimmter Vorschriften hergestellt.

Gaskartuschen: EN 417
Gasflaschen: ISO 11118

Ein Sicherheitsdatenblatt (SDB) ist ein Dokument, das detaillierte Informationen über die Eigenschaften, Gefahren, Handhabung und sichere Verwendung eines chemischen Produkts enthält. Es ist für die Sicherheit am Arbeitsplatz und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften unerlässlich, insbesondere bei Gefahrstoffen wie Kraftstoffen, Klebstoffen und Industriechemikalien. 

Wichtige Abschnitte eines Sicherheitsdatenblatts:

  1. Identifizierung – Produktname, Angaben zum Hersteller und empfohlene Verwendungszwecke.

  2. Gefahrenidentifizierung – Mögliche Risiken wie Entflammbarkeit, Toxizität oder Umweltgefahren. 

  3. Zusammensetzung/Inhaltsstoffe – Chemische Bestandteile und Konzentrationen.

  4. Erste-Hilfe-Maßnahmen – Maßnahmen, die im Falle einer Exposition durch Einatmen, Hautkontakt oder Verschlucken zu ergreifen sind. 

  5. Brandbekämpfungsmaßnahmen – Geeignete Löschmethoden und Vorsichtsmaßnahmen bei Bränden, an denen der Stoff beteiligt ist.

  6. Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung – Verfahren zur Eindämmung und Beseitigung von Verschüttungen oder Leckagen. 

  7. Handhabung und Lagerung – Sichere Handhabungspraktiken und Lagerbedingungen.

  8. Expositionsbegrenzung und persönliche Schutzausrüstung – Empfohlene Schutzausrüstung (z. B. Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutzmasken). 

  9. Physikalische und chemische Eigenschaften – Angaben wie Siedepunkt, Flammpunkt und Aussehen.

  10. Stabilität und Reaktivität – Mögliche Reaktionen, Unverträglichkeiten und Zersetzungsrisiken.

  11. Toxikologische Informationen – Gesundheitsauswirkungen und Expositionsrisiken. 

  12. Ökologische Informationen – Auswirkungen auf die Umwelt und biologische Abbaubarkeit.

  13. Hinweise zur Entsorgung – Ordnungsgemäße Entsorgungsmethoden und Vorschriften.

  14. Transportinformationen – Transportklassifizierungen und Sicherheitsvorkehrungen. 

  15. Behördliche Informationen – Einhaltung nationaler und internationaler Sicherheitsvorschriften.

  16. Sonstige Informationen – Weitere Sicherheitshinweise oder Änderungen.

Sicherheitsdatenblätter (SDB) sind weltweit beim Verkauf bzw. Vertrieb gefährlicher Stoffe vorgeschrieben.

Ein UFI-Code (Unique Formula Identifier) ist ein 16-stelliger alphanumerischer Code, der in der Europäischen Union zur eindeutigen Identifizierung gefährlicher chemischer Gemische verwendet wird. Er ist Teil der CLP-Verordnung (Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung) der EU und ist für Produkte vorgeschrieben, die gemäß Anhang VIII der CLP-Verordnung als gefährlich eingestuft sind.

Unsere Sicherheitsdatenblätter basieren auf der Verordnung 1907/2006, Anhang II, und der Verordnung 1272/2008, in die die Verordnung (EU) 2020/878 aufgenommen wurde.

Du befindest dich auf
© 2026 Sievert AB.